Ein Feuerwerk fotografieren – WOW! Hört sich zunächst echt kompliziert an, ist es aber nicht. Und Gelegenheiten zum fotografieren von Feuerwerken gibt es das ganze Jahr über. Auf Jahrmärkten oder bei besonderen Anlässen und nicht zuletzt an Silvester. Also reichlich Möglichkeiten um Bild für Bild tolle Feuerwerke zu fotografieren.

Wenn Du ein Feuerwerk fotografieren möchtest, dann solltest Du zunächst das Grundsätzliche zur Nachtfotografie berücksichtigen. Also ganz prinzipiell die Langzeitbelichtung, Kamera auf ein Stativ, einen Fernauslöser benutzen und so weiter.

Die Fotografie bei Nacht oder Dunkelheit ist Teil meines Fotokurses „Knipsen oder Fotografieren?” und dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Kapitel zur Nachtfotografie.

Um das Feuerwerk ohne störende Elemente, wie beispielsweise Zuschauer, fotografieren zu können, solltest Du dich rechtzeitig um einem entsprechenden Platz zum fotografieren bemühen. Optimal wäre eine erhöhte Stelle, so dass Du über die anwesenden Zuschauer hinweg fotografieren kannst. Denk dabei auch an den Platz, den dein Stativ benötigt. Oder Du suchst dir einen weiter entfernen Platz und arbeitest gegebenenfalls mit einem Tele-Objektiv.

Bei der Brennweite solltest Du dich eher an der Panoramafotografie orientieren (Auch die Panoramafotografie bzw. Landschaftsfotografie ist Teil des Fotokurses!). Denn Feuerwerkspanoramen wirken besonders eindrucksvoll, einfach tolle Bilder.

Tipps für die Ausrüstung – Kamera, Stativ und mehr…

Damit deine Fotos wirklich gut werden können, musst Du etwas an Ausrüstung mitnehmen. Oben hatte ich schon einiges erwähnt. Du brauchst:

  • Natürlich deine Kamera.
  • 1 Objektiv wird nicht reichen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, solltest Du eine kleine Auswahl an Objektiven dabei haben.
  • Ein Stativ ist aufgrund der Langzeitbelichtung unbedingt notwendig.
  • Ein Fernauslöser sollte ebenfalls dabei sein.

Die richtigen Parameter & Einstellungen für die Belichtung bei einem Feuerwerk für klasse Fotos

Empfehlen würde ich eine Blende zwischen einer f8.0 und f16, je nach den jeweiligen Lichtverhältnissen. Die Wahl der Blende ist natürlich auch abhängig von den zwei weiteren Belichtungsparametern. Bei der Belichtungszeit liegst Du zwischen 4 Sekunden bis etwa 15 Sekunden ziemlich gut. Die passende Zeit ist abhängig von der Art von Feuerwerk. Raketen, die recht hoch fliegen bis sie explodieren, benötigen bis zur Explosion und dem „Farbenregen“ etwas mehr Zeit als solche, die in relativ niedriger Höhe explodieren. Du solltest versuchen, die Raketen „vom Start“ bis zur Explosion zu fotografieren, denn der Feuerschweif einer Rakete gehört natürlich zum „Erlebnis Feuerwerk“ dazu. Beobachte das Feuerwerk einige Zeit und fotografiere von Anfang an mit verschiedenen Belichtungszeiten, um eine gut passende Belichtungszeit ermitteln zu können. Beachte dabei, dass ein Bild von einem Feuerwerk besonders gut wirkt, wenn nicht nur ein oder zwei Raketen explodieren, sondern der komplette Bildausschnitt mit den Raketen gefüllt ist. Daher kommen eher längere Belichtungszeiten in Frage. Erfahrungsgemäß irgendwo zwischen 4 und 15 Sekunden, wie ich oben schon anmerkte.

Den ISO-Wert stellst Du anhand der Belichtungszeit und der gewählten Blende ein. Bedenke dabei, dass ein höherer ISO-Wert auch ein höheres Bildrauschen bedeutet. Gegebenenfalls öffnest Du die Blende zugunsten eines niedrigeren ISO-Wertes. Empfehlen würde ich eine ISO 100.

Beachte unbedingt, dass die vielen verschiedenen Farben der Explosionen unterschiedlich hell sind, und somit unterschiedlich belichtet werden müssen. Grüne und rote Farben erscheinen am Nachthimmel sehr hell, aber beispielsweise eine blaue Explosion eher dunkel. Wobei dies nur eine Rolle spielt, wenn Du einzelne Raketen bzw. Explosionen fotografierst.

Für die Belichtung, also den Einstellungen der Parameter, spielt es natürlich auch eine Rolle, ob die Umgebung, die Location, mit auf das Foto soll. Denn dann richtet sich die Belichtung auch nach dem vorherrschenden Licht an der Location.

Tipps um ein Feuerwerk zu fotografieren. Kamera, Stativ, Objektiv, richtige Fotografie

Abb. 1 | Die Mühe, ein Feuerwerk zu fotografieren lohnt sich und Du wirst mit tollen Fotos belohnt

In dem obigen Foto (Abb. 1) gibt die Skyline sowie die Spiegelung im Wasser die Belichtung vor, und mit etwas Glück passt diese Belichtung auch für das Feuerwerk. Allerdings könnte es kompliziert werden, denn diese Lichter werden bei einer zu langen Belichtungszeit einfach überbelichtet und das Foto unbrauchbar. Hier musst Du also kompromissbereit sein. Hier gilt (wie so oft in der Fotografie): Probieren geht über studieren! Gegebenenfalls mit der ISO oder der Blende gegensteuern.

Tipp – Ein Feuerwerk fotografieren mit dem BULB-Modus

Wer gerne experimentiert, der sollte beim fotografieren von Feuerwerken einfach mal mit dem sogenannten Bulb-Modus fotografieren. In diesem Belichtungsmodus legst Du die Blende sowie den ISO-Wert fest und regelst die Belichtungszeit über den Auslöser. Solange Du den Auslöser (an der Kamera oder dem Fernauslöser) gedrückt hältst, solange wird auch belichtet. Du steuerst die Belichtungszeit also manuell.

Der Bulb-Modus wird an der Kamera meist mit einem „B“ (Abb. 2) oder „BULB“ gekennzeichnet.

Hinweis: Nicht jede Kamera bietet den BULB-Modus an!

Abb. 2 | Der BULB-Modus an einer Canon DSLR - Kamera, Fotografie

Abb. 2 | Auch mit dem BULB-Modus entstehen tolle Bilder

Das fokussieren ist bei Feuerwerken schon etwas schwieriger und mit dem Autofokus fast unmöglich. Aufgrund der Lichtverhältnisse trifft der Autofokus eher selten, wenn Du in das Feuerwerk hinein fokussierst. Ich empfehle die manuelle Fokussierung, also den Autofokus einfach ausschalten. Der Abstand zum Feuerwerk sowie eine eher geschlossene Blende sorgen in der Regel für eine ausreichende Schärfentiefe.

Wenn das Feuerwerk eher weniger gleichzeitige Raketen und Explosionen produziert, dann kannst Du mit einem Trick für mehr Spektakel am Himmel sorgen, vorausgesetzt, die Belichtungszeit ist lang genug. Halte während der Belichtung einfach einen schwarzen beziehungsweise dunklen Karton vor das Objektiv und nimm ihn wieder weg, wenn die nächsten Raketen aufsteigen. Also im BULB-Modus den Auslöser gedrückt halten und mit dem Karton experimentieren. Es werden klasse Bilder entstehen, garantiert! Und wenn deine Kamera den BULB-Modus nicht unterstützt, dann wähle eine entsprechend lange Belichtungszeit, vielleicht 20 oder mehr Sekunden. Mit etwas Übung wirst Du dich von Bild zu Bild verbessern!

Dieser Trick könnte auch hilfreich sein, wenn Du ein Feuerwerk UND die Lichter einer Stadt fotografierst!

Wusstest Du schon, dass es eine Feuerwerk-Fanpage gibt? Ich wusste es nicht und bin rein zufällig drüber gestolpert. Du musst also für die nächsten Fotos nicht auf Silvester warten. Im Kalender nach dem nächsten Feuerwerk suchen, Kamera & Objektiv einpacken und fotografieren: feuerwerk-fanpage.de

Du hast selbst schon Feuerwerke fotografiert und kannst Tipps beisteuern? Dann nutze doch einfach die Kommentarfunktion unter dem Beitrag und lass uns an deinen Tipps teilhaben 🙂