Welches Kamera-System passt zu mir?

Kapitel 1 des Fotokurses

Inhalt

1. Die Kompakt-Kamera

Klein und Kompakt eben. Oftmals mit vielen nützlichen und unnützen (digitalen) Funktionen ausgestattet. Passt in jede Tasche und kann somit „immer dabei sein“.

2. Die Bridge-Kamera

Dieser Kameratyp stellt so etwas wie eine Brücke zwischen den kompakten und den Spiegellosen und Spiegelreflex-Kameras dar.

3. Die System-Kamera

Größer als eine Bridge-Kamera, aber kompakter als eine Spiegelreflex-Kamera. Und dabei genauso flexibel und vielseitig wie eine große Spiegelreflex-Kamera.

4. Die Spiegelreflex-Kamera

Eine Spiegelreflex-Kamera ist nach wie vor das wohl flexibelste Kamera-System, dass auf dem Markt ist. Du bekommst mehr als reichlich Zubehör…

5. Die Qual der Wahl

Die Entscheidung für oder gegen ein Kamera-System ist natürlich nicht nur abhängig von den oben aufgeführten Eigenschaften, der Vor- und Nachteile.

6. Meine Empfehlung

Aufrüsten kannst Du später immer noch. Und wenn es eine Spiegelreflex-Kamera werden soll, es gibt auch in diesem Bereich günstige Kameras…

Welches Kamera-System passt zu mir?

Abb. 1 | Die richtige Kamera sorgt für Spaß beim Fotografieren

Abb. 1 | Die richtige Kamera sorgt für Spaß beim Fotografieren

Diese Frage kannst Du dir nur selbst beantworten. Aber ich möchte dir helfen, eine Antwort zu finden.

Zunächst stelle ich dir diejenigen Kameratypen vor, die am häufigsten anzutreffen sind. Dabei gehe ich aber nicht auf alle Aspekte und Typisierungen ein, wie beispielsweise Sucherkameras, Halbformat oder was auch immer. Ich liste die Typen auf, die noch am ehesten für einen Amateurfotografen in Betracht kommen.

Die Kompakt-Kamera

Abb. 2 | Kompaktkameras – klein und handlich

Abb. 2 | Kompaktkameras – klein und handlich

Klein und Kompakt eben. Oftmals mit vielen nützlichen und unnützen (digitalen) Funktionen ausgestattet. Passt in jede Tasche und kann somit „immer dabei sein“. Sie ist schon aufgrund des eingebauten Zoom-Objektives einem Smartphone vorzuziehen. Ist aber aufgrund ihrer kompakten Bauweise eher eingeschränkt, was die Qualität der Fotos und die Einsatzmöglichkeiten betrifft. Dieser Kameratyp ist die klassische „immer dabei“ oder Familienkamera. Einfach drauflos fotografieren ohne Vorkenntnisse oder spezielle Einstellungen.

Vorteile:

  • Kompakte Bauweise
  • Einfache Bedienung

Nachteile:

  • Fehlende oder Einschränkungen bei den Einstellmöglichkeiten
  • Kleiner (optischer) Zoom-Bereich
  • Sehr kleiner Sensor
  • Wenig Zubehör

Die Bridge-Kamera

Abb. 3 | Die Bridge-Kamera

Abb. 3 | Die Bridge-Kamera

Dieser Kameratyp stellt so etwas wie eine Brücke zwischen den kompakten und den Spiegellosen und Spiegelreflex-Kameras dar. In ihrer Bauart größer als die kompakten und mit einem besseren (eingebauten) Zoom-Objektiv ausgestattet. Von der Funktionalität vergleichbar mit den kompakten Kameras.

Vorteile:

  • Relativ kompakte Bauweise
  • Relativ einfache Bedienung
  • Größerer (optischer) Zoom-Bereich
  • Blitzschuh für externes Blitzgerät
  • Mehr Einstellmöglichkeiten und Bedienfunktionen

Nachteile:

  • Keine Wechsel-Objektive
  • Kleiner Sensor
  • Wenig Zubehör

Die spiegellose System-Kamera

Abb. 4 | Für alle, die etwas mehr wollen

Abb. 4 | Für alle, die etwas mehr wollen

Größer als eine Bridge-Kamera, aber kompakter als eine Spiegelreflex-Kamera. Und dabei genauso flexibel und vielseitig wie eine große Spiegelreflex-Kamera. Die Objektive lassen sich wechseln, es gib viel Zubehör und reichlich Funktionalität. Nachteilig aus meiner Sicht ist, dass diese Kameras bauartbedingt keinen optischen Sucher besitzen. Aber das ist lediglich meine Sichtweise, viele begrüßen die Fotografie über das Display oder einem digitalen Sucher. Und – die aktuellen System-Kameras verschiedener Hersteller haben mittlerweile ein wirklich sehr gutes Sucherbild!

Vorteile:

  • Kompakter und leichter im Vergleich zu Spiegelreflex-Kameras
  • Hohe Bildqualität
  • Wechsel-Objektive
  • Blendenvorwahl, Belichtungszeitvorwahl sowie manuelle Belichtung möglich
  • Größeres Sensorformat bis hin zum Vollformat (Kleinbild)
  • Hohe Serienbildgeschwindigkeit
  • Sehr leise, keine Erschütterungen beim Auslösen durch Spiegelschlag
  • Wachsender Markt, daher viel Zubehör

Nachteile:

  • Viele Einstellmöglichkeiten und Bedienelemente erfordern erweitertes Basiswissen

Die Spiegelreflex-Kamera

Abb. 5 | Größtmögliche Flexibilität

Abb. 5 | Größtmögliche Flexibilität

Eine Spiegelreflex-Kamera ist nach wie vor das wohl flexibelste Kamera-System, dass auf dem Markt ist. Du bekommst mehr als reichlich Zubehör, hast eine sehr große Auswahl an Objektiven und zudem ausreichend Funktionalität. Kleinere Spiegelreflex-Kameras haben sogar einige (unnütze) digitale Spielereien mit an Bord. Wer sich ernsthaft mit dem Thema Fotografie auseinandersetzen möchte, der kommt meiner (Old School) Meinung nach an einer Spiegelreflex-Kamera nicht vorbei.

Halt, Stop! Was schreib ich denn da? Der Kamera-Markt hat sich seit der ersten Auflage des Fotokurses doch heftig bewegt und die System-Kameras haben sich weiterentwickelt. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt es zu akzeptieren, aber die spiegellosen System-Kameras haben wohl das Ende der Spiegelreflex-Kameras eingeläutet. Und wenn man sich die aktuellen Modelle ansieht, dann vielleicht sogar zu Recht. Aber, ich stehe immer noch zu der Aussage „Der Fotograf macht die Fotos, nicht die Kamera!”

Tendenziell würde ich immer noch zur Spiegelreflex-Kamera greifen, sehe aber durchaus die Vorteile einer spiegellosen Kamera!

Vorteile:

  • Robuste Bauweise
  • Sehr flexibel
  • Wechsel-Objektive
  • Unzähliges Zubehör
  • Maximale Kompatibilität
  • Nahezu für jeden Einsatzbereich geeignet
  • Optischer Sucher und Live-View

Nachteile:

  • Größe und Gewicht
  • Viele Einstellmöglichkeiten und Bedienelemente erfordern erweitertes Basiswissen

Die Qual der Wahl

Die Entscheidung für oder gegen ein Kamera-System ist natürlich nicht nur abhängig von den oben aufgeführten Eigenschaften, der Vor- und Nachteile. Und ein Vor- oder Nachteil muss nicht zwingend auch für dich Vor- oder Nachteilig sein. Ich tue mich beispielsweise schwer, mit kleineren und leichteren Kameras zu fotografieren. Ich brauche etwas stabiles und großes in meinen grobmotorigen Händen, damit ich die Kamera a) ruhig halten kann und b) alle notwendigen Bedienelemente gut erreiche, ohne die Kamera dabei vom Auge nehmen zu müssen. Die Nachteile einer Spiegelreflex-Kamera, ihre Größe und ihr Gewicht, sind für mich also ein Vorteil.

Nicht zuletzt ist natürlich auch der vorgesehene Einsatz entscheidend. Wenn Du dich beispielsweise mit der Makro-Fotografie beschäftigen möchtest, dann kommen die Kompakt- als auch die Bridge-Kamera kaum in Frage. Wenn Du einfach nur am Wochenende beim Spaziergang mit der Familie interessante Motive einfangen möchten, dann bist Du mit einer Spiegelreflex-Kamera nicht gut beraten.

Hier könnte ich noch unzählige Beispiele aufzählen, aber das würde einfach zu weit führen. Und nicht zuletzt spielt natürlich auch der Preis eine gewichtige Rolle. Zwischen einer Kompakt-Kamera und einer ausgewachsenen Spiegelreflex-Kamera nebst Objektiven liegen gerne mal einige tausend Euro.

Was könnte noch entscheidend sein? Beispielsweise der oben oft erwähnte optische Sucher. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, mein Motiv in einem „Mäusekino“ zu betrachten. Also einem Sucher, der mir ein digitales Bild des Motives zeigt. Und schon gar nicht, wenn es mit zusätzlichen (unnützen) Informationen zugepflastert ist. Andere wiederum haben damit kein Problem und begrüßen so einen Sucher. Oder verzichten ganz auf einen Sucher und fotografieren lieber per Display.

Ich persönlich halte nichts vom fotografieren per Display. Der Grund hierfür liegt bei der Motivfindung. Wenn ich ein Motiv auswähle und nach einem passenden Bildschnitt und der passenden Perspektive suche, dann lenkt mich der Blick auf das Display einfach ab. Denn das Auge nimmt das gesamte Umfeld wahr und das lenkt eben vom wesentlichen ab, dem Motiv! Das ist auch der Grund, warum ich eine Kamera mit einem Sucher immer bevorzugen würde, und dann sollte es ein optischer Sucher sein.

Das trifft natürlich nicht auf eine Kompakt-Kamera zu. Diese Kameras sind heute nicht mehr mit einem Sucher ausgestattet, da läuft alles über das Display, wie bei einem Smartphone. Aber dafür sind sie ja auch kompakt. Und wenn ich unterwegs mal ein paar Schnappschüsse machen möchte, ohne gleich eine große Kamera mitschleppen zu müssen, dann fotografiere ich natürlich auch über ein Display.

Es gibt natürlich auch gute Gründe für ein großes Display und noch einige mehr für ein Schwenk-Display. Immer dann, wenn sich ein Motiv nicht durch den Sucher betrachten lässt. Zum Beispiel bei extremen Perspektiven oder bei beengten Verhältnissen.

Und es gibt noch einen Punkt, den ich ansprechen möchte, den Sensor oder Bildsensor. Dieses kleine elektronische Wunder, dass das in die Kamera einfallende Licht einfängt. Auch wenn der nachfolgende Satz nur bedingt stimmt, aber: Je größer, desto besser! Und damit liegt ein Vollformat-Sensor (Kleinbild, 36mm x 24mm) an der Spitze, er liefert in der Regel die beste Qualität. So einen Vollformat-Sensor werden Sie aber nur bei den spiegellosen und den Spiegelreflex-Kameras finden.

Und als Faustregel: Je kleiner die Kamera-Typen, desto kleiner der Sensor. Und damit einhergehend auch eine mindere Qualität. Was nicht bedeuten soll, dass man mit einer Kompakt-Kamera keine Fotos machen kann. Natürlich kann man das, und auch sehr gute dazu. Aber spätestens wenn Du dir ein großes Poster von einem der Fotos einer kompakten drucken lassen möchtest, dann erkennst Du die Defizite eines (zu) kleinen Sensors. Es tritt ein sogenanntes Bildrauschen auf. Zudem ist das Spiel mit Schärfe und Unschärfe kaum möglich.

Meine Empfehlung

Aufrüsten kannst Du später immer noch. Und wenn es eine Spiegelreflex-Kamera werden soll, es gibt auch in diesem Bereich günstige Kameras, mit denen man zum Einstieg in die Fotografie nichts falsch machen kann.

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