Wissenswertes zu Objektiven

Kapitel 2 des Fotokurses

Inhalt

1. Was ist die Brennweite?

Die Brennweite ist einer der Gründe, warum es so viele unterschiedliche Objektive gibt. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben…

2. Die Festbrennweite

Hierbei handelt es sich um Objektive, die nur über eine feste Brennweite verfügen. Die Brennweite lässt sich also nicht verstellen oder anpassen.

3. Das Zoom-Objektiv

Bei Zoom-Objektiven (Abb. 4) lässt sich die Brennweite in einem bestimmten Bereich einstellen beziehungsweise variieren.

4. Makro-Objektive

Makro-Objektive sind ganz speziell für den Nahbereich entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine sehr geringe Naheinstellgrenze…

5. Fisheye-Objektiv

Ein Fisheye-Objektiv gehört zur Gruppe der Weitwinkel-Objektive. Du erkennst ein Fisheye an der stark gewölbten Frontlinse.

6. Tilt/Shift-Objektive

Bei diesen Objektiv-Typen handelt es sich um Spezial-Objektive, die mit den anderen Objektiven nicht vergleichbar sind.

7. Linsen, Brennpunkt & Brennweite

Zu allererst sorgt das Objektiv natürlich dafür, dass gebündeltes Licht auf den Sensor geleitet wird. Die Skizze, die zugegebenerweise sehr einfach…

8. Die Blende

Im Objektiv, genauer gesagt an demjenigen Ende, an dem sich auch das Bajonett befindet, befindet sich auch die berühmt-berüchtigte Blende.

9. Der Auto-Fokus

Das Objektiv ist, in Zusammenarbeit mit der Kamera, auch für die Schärfe im Bild verantwortlich. Dazu wird eine Linse, oder eine Linsengruppe…

10. Der Image-Stabilizer

Moderne Objektive verfügen oftmals über einen sogenannten Image-Stabilizer. Dieser Stabilizer soll vor Verwacklung schützen. Und ja, das klappt mal ganz gut…

11. Die Entfernungsscala

In vielen Fällen verfügen die Objektive über eine Entfernungsscala. Sie reicht von der Naheinstellgrenze bis unendlich. Die Naheinstellgrenze…

12. Die Zahlen auf dem Objektiv

Folgendes steht auf dem Objektiv: Canon Zoom Lens EF-M 15-45mm 1:3.5-6.3 IS STM. Okay, sehen wir uns das mal im Detail an…

13. Die Gegenlichtblende

Gegenlichtblenden gibt es in zwei Variationen. Zum einen die Tulpenförmigen, wie oben abgebildet und zum anderen die runden.

14. Der Extender

Abschließen möchte ich das Thema „Objektive“ mit den Extendern. Mit einem Extender kannst Du die Brennweite eines Objektivs verlängern.

Wissenswertes zu Objektiven

Abb. 1 | Objektive sind mehr als nur Mittel zum Zweck

Abb. 1 | Objektive sind mehr als nur Mittel zum Zweck

Nicht wenige Fotografen sind der Meinung, und ich schließe mich da an, dass Objektive wichtiger sind als die Kamera. Denn was nützt einem die beste Kamera, wenn das aufgesetzte Objektiv nicht wirklich etwas taugt? Genau, nicht viel!

Warum ist das so? Zunächst einmal muss das Licht, dass auf den Sensor fällt, durch das Objektiv dringen, dass im Grunde nichts weiter ist, als ein Linsensystem, also eine Anordnung verschiedener optischer Linsen, die das Licht bündeln und auf den Sensor leiten. Und je mehr Licht das Objektiv verfälscht beziehungsweise mindert, desto schlechter wird die Bildqualität. Dann sorgt das Objektiv in Zusammenarbeit mit der Kamera für die richtige Schärfe im Foto. Wenn das Objektiv aber nicht in der Lage ist, für eine präzise Schärfeneinstellung zu sorgen, dann gibt es eben keine scharfen Fotos.

Du siehst, ein Objektiv sieht nicht nur schick oder imposant aus, es trägt entscheidet zur Bildqualität bei.

Was ist die Brennweite?

Die Brennweite ist einer der Gründe, warum es so viele unterschiedliche Objektive gibt. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und bezeichnet die Entfernung zwischen der Aufnahmeebene, also dem Sensor, und der Objektiv-Hauptebene. Hört sich kompliziert an – ist es auch. Daher möchte ich dich mit diesem rein technischen Kram nicht weiter belästigen. Das Auswendiglernen der mathematischen Formel zur Brennweitenermittlung wird dich in der Fotografie auch nicht einen Millimeter weiterbringen, daher gehe ich hier auch nicht weiter darauf ein.

Viel wichtiger ist das Verständnis, was Du mit den unterschiedlichen Brennweiten anstellen kannst. Und das ist im Grunde recht einfach: Mit zunehmender Brennweite (also je größer der Wert in mm) kannst Du weiter entfernte Objekte großformatig fotografieren, umgangssprachlich auch als heranzoomen bezeichnet. Um also weit entferntes großformatig fotografieren zu können, bedarf es einer großen Brennweite, also ein Teleobjektiv. Und natürlich verhält es sich auch umgekehrt so. Je näher ein Motiv ist, desto kleiner muss die Brennweite sein, um es fotografieren zu können.

Abb. 2 | Bildausschnitt durch die Brennweite bestimmen

Abb. 2 | Bildausschnitt durch die Brennweite bestimmen

Das obige Beispiel (Abb. 2) verdeutlicht dies. Es handelt sich um dasselbe Motiv, aber jedes Mal mit einem anderen Bildausschnitt, also einer anderen Brennweite, fotografiert.

Nachfolgend ein Überblick zu den Bezeichnungen der Objektive anhand der Brennweite.

  • unter 20mm – Superweitwinkel & Fisheye
  • 20 bis 50mm – Weitwinkel
  • 50mm – Normalobjektiv (Weil es in etwa dem Blickwinkel von 46° des menschlichen Auges entspricht)
  • 50 bis 300mm – Teleobjektiv
  • ab 300mm – Superteleobjektiv

Den einen oder anderen Begriff hast Du sicherlich schon einmal gehört. Auf die verschiedenen Einsatzgebiete der jeweiligen Brennweiten komme ich im Laufe des Kurses immer wieder mal zu sprechen.

Objektive werden in der Regel zwischen den Festbrennweiten und den Zoom-Objektiven unterschieden.

Die Festbrennweite

Abb. 3 | Objektiv mit Festbrennweite

Abb. 3 | Objektiv mit Festbrennweite

Hierbei handelt es sich um Objektive, die nur über eine feste Brennweite verfügen (Abb. 3). Die Brennweite lässt sich also nicht verstellen oder anpassen. Der Vorteil von Festbrennweiten liegt in der relativ kostengünstigen Herstellung, einer sehr guten Abbildungsqualität und ihrer oftmals sehr kompakten Bauweise.

Ich bezeichne diese Objektive gerne mal als Turnschuh-Objektiv. Warum? Weil man für eine Anpassung des Bildausschnitts seine Position verändern muss. Möchte man einen kleineren Bildausschnitt, muss man sich auf das Motiv zubewegen, möchte man einen größeren Bildausschnitt, muss man sich vom Motiv wegbewegen.

Das Zoom-Objektiv

Abb. 4 | Zoom-Objektiv

Abb. 4 | Zoom-Objektiv

Bei Zoom-Objektiven (Abb. 4) lässt sich die Brennweite in einem bestimmten Bereich einstellen beziehungsweise variieren. Beispielsweise kann die Brennweite von 100mm bis 200mm eingestellt werden. Oder von 24mm bis 70mm. Wie auch bei den Festbrennweiten gibt es hier eine große Bandbreite an verfügbaren Objektiven.

Mit einem Zoom-Objektiv ist man flexibler, was den Bildausschnitt betrifft. Zum anpassen des Bildausschnitts kann man ganz bequem die Brennweite am Objekt ändern und muss seine Position nicht verlassen.

Nachteilig ist allerdings die bauartbedingte geringere Abbildungsqualität. In einem Zoom-Objektiv sind mehrere bewegliche Linsengruppen verbaut, was in der Regel zu dem Qualitätsverlust führt.

Um einmal mehr meine ganz persönliche Meinung kundzutun, ich bevorzuge Zoom-Objektive, weil ich gerne spontan meinen Bildausschnitt verändern möchte, ohne meine Position verlassen möchte, was oftmals auch einen Perspektivwechsel zur Folge hätte. Um die leicht schlechtere Abbildungsqualität mache ich mir weniger Gedanken, es gibt durchaus sehr hochwertige Zoom-Objektive, mit einer ganz hervorragenden Abbildungsqualität!

Makro-Objektive

Abb. 5 | Makro-Objektiv

Abb. 5 | Makro-Objektiv

Makro-Objektive (Abb. 5) sind ganz speziell für den Nahbereich entwickelt. Sie zeichnen sich durch eine sehr geringe Naheinstellgrenze (Mindestabstand zum Motiv) und eine hohe Abbildungsqualität aus.

Diese Objektive sind so konstruiert, dass sie sich sehr präzise manuell scharf stellen lassen.

Beim Kauf eines Makro-Objektives sollte man darauf achten, dass es einen Abbildungsmaßstab von 1:1 hat. Gerade die günstigeren Makro-Objektive haben oftmals nur einen Abbildungsmaßstab von 1:2 oder 1:4 (ein Viertel der natürlichen Größe des Motives).

Abb. 6 | Das fotografieren von Insekten ist ein typisches und beliebtes Einsatzgebiet von Makro-Objektiven

Abb. 6 | Das fotografieren von Insekten ist ein typisches und beliebtes Einsatzgebiet von Makro-Objektiven

Fisheye-Objektiv

Abb. 7 | Fisheye-Objektiv

Abb. 7 | Fisheye-Objektiv

Ein Fisheye-Objektiv (Abb. 7) gehört zur Gruppe der Weitwinkel-Objektive. Du erkennst ein Fisheye an der stark gewölbten Frontlinse. Ein Foto mit solch einem Objektiv soll dem entsprechen, was ein Fisch sieht, wenn er von unten durch die Wasseroberfläche guckt. Daher kommt auch die Bezeichnung dieser Objektive.

Abb. 8 | Diesen Effekt auf dem obigen Foto erreicht man nur mit einem Fisheye-Objektiv

Abb. 8 | Diesen Effekt auf dem obigen Foto erreicht man nur mit einem Fisheye-Objektiv

Tilt/Shift-Objektive

Abb. 9 | Tilt/Shift-Objektiv

Abb. 9 | Tilt/Shift-Objektiv

Bei diesen Objektiv-Typen (Abb. 9) handelt es sich um Spezial-Objektive, die mit den anderen Objektiven nicht vergleichbar sind. Mit einem Tilt/Shift-Objektiv kann ein Verschieben (engl.: Shift) und ein Verschwenken (engl.: Tilt) des Linsensystems gegenüber der Aufnahmeebene (dem Sensor) erreicht werden. Ein typisches Einsatzgebiet ist das Verzerrungsfreie fotografieren von hohen Gebäuden oder beispielsweise Skylines. Durch das shiften werden die typischen stürzenden Linien vermieden.

Linsen, Brennpunkt & Brennweite

Zu allererst sorgt das Objektiv natürlich dafür, dass gebündeltes Licht auf den Sensor geleitet wird.

Abb. 10

Abb. 10

Die Skizze (Abb. 10), die zugegebenerweise sehr einfach gestrickt ist, verdeutlicht, wie das einfallende Licht gebündelt und auf den Sensor projiziert wird. Dazu bündeln die Linsen im Objektiv die Lichtstrahlen und projiziert sie durch den Brennpunkt (1) auf den Sensor (2). Bei Weitwinkel-Objektiven liegt der Brennpunkt näher an der Optik, als bei einer normalen Brennweite von 50mm. Deshalb spricht man auch von einer kürzeren Brennweite. Bei Tele-Objektiven verhält es sich umgekehrt. Der Brennpunkt liegt weiter entfernt von der Optik, daher eine längere Brennweite.

Die Blende

Abb. 11

Abb. 11

Im Objektiv, genauer gesagt an demjenigen Ende, an dem sich auch das Bajonett befindet, befindet sich auch die berühmt-berüchtigte Blende. Viele sprechen darüber, werfen inflationär mit dem Begriff um sich ohne genau zu wissen, um was es sich eigentlich genau handelt.

Die Blende ist eine nicht ganz kreisrunde Öffnung, wie Du auf dem Foto erkennen kannst (Abb. 11). Je größer diese Öffnung ist, desto mehr Licht kann während der Belichtungszeit auf den Sensor fallen. Wir sprechen in diesem Punkt von einer geöffneten oder geschlossenen Blende beziehungsweise vom öffnen oder schließen der Blende.

Um es zu verdeutlichen – stelle dir einen Wasserhahn vor. Die Wassermenge, die aus der Öffnung fließt, kannst Du durch das auf- oder zudrehen des Ventils steuern. Ähnlich ist es mit der Blende an deiner Kamera.

Was Du mit der Blende so alles anstellen kannst, warum sie für uns Fotografen so unendlich wichtig und unentbehrlich ist, dass erfährst Du in einer späteren Folge des Fotokurses. Genau dann, wenn ich dir etwas über die Belichtung eines Fotos erkläre. Dann werde ich dir auch erläutern, warum die Blende nicht nur über die Belichtung eines Fotos mit entscheidet, sondern warum sie für uns ein ganz besonders wichtiges Werkzeug zur kreativen Fotografie ist.

Der Auto-Fokus

Abb. 12

Abb. 12

Das Objektiv ist, in Zusammenarbeit mit der Kamera, auch für die Schärfe im Bild verantwortlich. Dazu wird eine Linse, oder eine Linsengruppe im Objektiv durch einen kleinen Antrieb verschoben. Und dies wird als Auto-Fokus bezeichnet. Du kannst bei den meisten Objektiven den Auto-Fokus am Objektiv abschalten und manuell fokussieren (Abb. 12, 1). Zum manuellen fokussieren dient in der Regel der Fokusring (Abb. 12, 2). Bei einigen Objektiven wird der Fokus-Ring, bauartbedingt, nicht gedreht, sondern verschoben.

Was es genau mit dem Fokussieren auf sich hat und wie Du richtig fokussierst, dass erfährst Du später in dieser Folge des Fotokurses.

Der Image-Stabilizer

Abb. 13

Abb. 13

Moderne Objektive verfügen oftmals über einen sogenannten Image-Stabilizer. Dieser Stabilizer soll vor Verwacklung schützen. Und ja, das klappt mal ganz gut und manchmal auch gar nicht. Schön, wenn man so etwas hat, aber – ganz ehrlich – ich würde für so einen Image Stabilizer kein Geld ausgeben. Denn der Stabilizer bedeutet auch: noch mehr Technik und Elektronik im Objektiv. Und damit wieder einige mögliche Fehlerquellen mehr und natürlich auch zusätzliches Gewicht. Und ich frage mich seit langem, ob es den Nutzen rechtfertigt.

Ich habe von vielen Fotografen unterschiedliche Meinungen gehört. Die einen sind der Meinung, dass er ihnen hilft, in Grenzbereichen verwackelte Bilder zu vermeiden, andere wiederum sagen, dass sich der Stabilizer nicht positiv auf ihre Fotos auswirkt.

Wie auch immer, ich möchte dir den Image-Stabilizer nicht madig machen, er hat sicherlich auch seine Daseinsberechtigung.

Du kannst den Stabilizer am Objektiv ausschalten (Abb. 13, 1) und bei manchen Objektiven sogar noch auf verschiedene Betriebsmodi einstellen. Wenn Du ein Objektiv mit Image-Stabilizer besitzt, dann solltest Du diesen ausschalten, solange Du ihn nicht benötigst, denn er verbraucht Strom!

Die Entfernungsscala

Abb. 14

Abb. 14

In vielen Fällen verfügen die Objektive über eine Entfernungsscala (Abb. 14, 1). Sie reicht von der Naheinstellgrenze bis unendlich.

Die Naheinstellgrenze bezeichnet die mindeste Entfernung, die zwischen dem Motiv und dem Objektiv liegen muss. Dieser Wert variiert von Objektiv zu Objektiv. Bei einem Makro-Objektiv liegt dieser Wert bei wenigen Zentimetern, bei Tele-Objektiven beträgt der Wert oftmals mehr als einen Meter.

Die Zahlen auf dem Objektiv

Abb. 15

Abb. 15

Folgendes steht auf dem Objektiv (Abb. 15): Canon Zoom Lens EF-M 15-45mm 1:3.5-6.3 IS STM

Okay, sehen wir uns das mal im Detail an:

  • Canon Zoom Lens – Das ist einfach, ein Zoom-Objektiv vom Hersteller Canon.
  • EF-M – das ist die Typisierung des Herstellers. Das EF steht für die aktuellen Objektiv-Serien, dass M steht für Objektive, die für das Canon EOS-M Kamera-System entwickelt wurden.
  • 15-45mm – Damit wird die Brennweite angegeben. Da es sich ja um ein Zoom-Objektiv handelt, hat dieses Objektiv auch eine variable Brennweite. Von 15mm bis 45mm.
  • 1:3.5-6.3 – Mit dieser Angabe wird die mögliche Offenblende angegeben und ist eines der wichtigsten Merkmale eines Objektivs. Dieses Objektiv hat, je nach gewählter Brennweite eine Offenblende von f3.5 (bei 15mm) bis hin zu einer Blende f6.3 (bei 45mm). Die Offenblende bezeichnet den Grad der maximalen Blendenöffnung. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, je kleiner der Blendenwert, desto Lichtempfindlicher ist das Objektiv. Aber, wie weiter oben schon angesprochen, mit der Blende, und dann natürlich auch mit der Offenblende beschäftigen wir uns zu einem anderen Zeitpunkt im Kurs. Bei manchen Objektiven steht da auch nur ein Wert, beispielsweise 1:2.8. Das bedeutet, dass so ein Objektiv über eine durchgehende Offenblende über den gesamten Brennweitenbereich verfügt, was sehr Vorteilhaft ist
  • IS – Das bedeutet nichts anderes, als das dieses Objektiv über einen Image-Stabilizer verfügt.
  • STM – Dies bezeichnet das Konzept des Auto-Fokus. Hier sind verschiedene Varianten in die Objektive verbaut. STM steht für gleichmäßige, leise Scharfstellung bei der Videoaufzeichnung, also ein besonderer Auto-Fokus. Die Bezeichnungen für den Auto-Fokus variieren von Hersteller zu Hersteller.

Zudem findest Du noch die Angabe zum Gewindedurchmesser, bei meinem Beispielobjektiv sind es 49mm im Durchmesser. Diese Angabe ist wichtig, wenn Du dir Filter für dein Objektiv zulegen möchtest, beispielsweise einen Graufilter oder einen Polfilter, die Du vor die Frontlinse schrauben kannst.

Und? Ist klar geworden, was da an Informationen auf den Objektiven steht? Machen dir doch mal den Spaß und schau dir deine Objektive an und finde heraus, über welche Eigenschaften sie verfügen.

Die Gegenlichtblende

Abb. 16

Abb. 16

Gegenlichtblenden gibt es in zwei Variationen. Zum einen die Tulpenförmigen, wie oben abgebildet (Abb. 16) und zum anderen die runden. Für ein Zoom-Objektiv ist grundsätzlich die Tulpenform die bessere Variante, da diese optimal auf die jeweiligen Brennweiten geschnitten sind. Allerdings darf dazu das Gehäuseteil, auf dem die Gegenlichtblende befestigt wird, nicht bewegen beziehungsweise drehen. Je nach Auto-Fokus-System (Innen- oder Außenfokussierung) bewegt sich aber genau dieser Teil. Diese Objektive können nur mit einer runden oder glatten Gegenlichtblende ausgestattet werden.

Du solltest immer nur die für das jeweilige Objektiv bestimmte Gegenlichtblende verwenden, weil sie auf eben dieses Objektiv optimiert wurde, auch wenn es preislich etwas teurer ist, als die Gegenlichtblenden aus dem Zubehör.

Und bitte, es heißt Gegenlichtblende, oder auch Streulichtblende, aber auf gar keinen Fall heißt es Sonnenblende! Die Bezeichnung Sonnenblende verleitet nämlich viele Fotografen dazu, dieses nützliche Zubehör nur bei Sonnenlicht zu verwenden. Aber das ist verkehrt. Die Gegenlichtblende sollte immer aufgesetzt werden, denn zumindest Streulicht hast Du bei fast jeder Gelegenheit.

Bei einigen Gelegenheiten erzeugt die Gegenlichtblende aber für unschöne Vignettierungen. Dies sind dunkle Ränder in den Ecken eines Fotos. In so einem Fall muss die Gegenlichtblende natürlich entfernt werden.

Der Extender

Abb. 17

Abb. 17

Abschließen möchte ich das Thema „Objektive“ mit den Extendern. Mit einem Extender kannst Du die Brennweite eines Objektivs verlängern. Dazu wird der Extender zwischen Objektiv und Kamera befestigt.

Der oben abgebildete Extender (Abb. 17) ist ein 2-fach Extender. Das bedeutet, er verdoppelt die Brennweite eines Objektivs. Aus einer Festbrennweite mit 50mm wird damit eine Festbrennweite mit 100mm. Aus einem Zoom-Objektiv mit 24-70mm wird ein Zoom-Objektiv mit 48-140mm.

Damit ist so ein Extender ganz praktisch, aber er hat auch einen gravierenden Nachteil. Er reduziert die mögliche Offenblende. Bei einem 2-fach Extender sind es beispielsweise zwei Blenden Verlust! Hat also ein Objektiv eine mögliche Offenblende von f4.0, dann verringert sich die mögliche Offenblende auf eine Blende f8.0. Und möglicherweise kannst Du den Auto-Fokus mit dieser Kamera-Objektiv-Extender-Kombination nicht mehr verwenden. Einige Kameras benötigen für den Auto-Fokus eine Offenblende von f5.6 und offener.

Noch kein Member?

Dann sieh dir die Inhalte & Vorteile der Fotoschule und einer Membership deiner Wahl genauer an!

Als Mitglied auf eckgolds-fotoschule.de kannst Du weiter im Fotokurs stöbern und dazulernen. Erkunde deine Möglichkeiten und die deiner Kamera!